Geschichte unserer NASSOVIA
und der Universität Gießen

   

Übersicht:

   

NASSOVIA im Spiegel der Geschichte

Es liegt auf der Hand, dass die Entwicklung einer Korporation vor allem durch die Entwicklung der sie tragenden Hochschule bestimmt wird. Nicht anders verhält es sich mit der NASSOVIA und der Justus-Liebig-Universität. Im folgenden soll nun versucht werden, ausgehend von der Gründungsepoche und der Zeit bis zum ersten Weltkrieg über die Zeit der Weimarer Republik und das Dritte Reich bis zur Zeit der Wiedergründung und Neuzeit einen Überblick über das Erscheinungsbild der NASSOVIA in den jeweiligen Zeitabschnitten zu geben.

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Nassau, das Land, das unserem Bund den Namen gab

Nassau war einer der 38 selbständigen Staaten, die nach der Säkularisation und nach dem Wiener Kongress in dem ehemaligen "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" bestehen blieben. Sein Name leitet sich von einer Burg her, die im 11. Jahrhundert bei dem heutigen Städtchen Nassau an der Lahn errichtet wurde. Die Grafen von Nassau hatten ihre Besitzungen überwiegend nördlich und südlich der Lahn, aber auch zum Teil westlich des Rheines (Saarbrücken). Erbschaften, Heirat, Erbverträge und Entschädigungen für die durch die napoleonischen Eingriffe verloren gegangenen linksrheinischen Gebiete führten schließlich zu jenem einheitlichen Staat, wie wir ihn 1816 zum Ende des Wiener Kongresses vorfinden.
Das kleine Land hat im Laufe der Geschichte bedeutende Männer hervorgebracht. So unter anderem vier Mainzer Kurfürsten, Wilhelm von Oranien, der sich in späteren Jahren bleibende Verdienste um die Befreiung der Niederlande erwarb und Freiherr vom Stein, der an der Schwelle des 19. Jahrhundert die entscheidenden Pläne für eine Verwaltungsreform und Neuorganisation des preußischen Staatswesens und der kommunalen Selbstverwaltung entwarf.
Geografisch gesehen, umfasste Nassau ein Gebiet, das im Süden vom Main und im Westen vom Rhein begrenzt wurde, im Osten bis an die Wetterau und im Norden, den Westerwald einschließend, bis an das Siegerland reichte. Das Land hatte 1860 etwa 300.000 Einwohner.
1866 verlor das Herzogtum Nassau seine Selbständigkeit und wurde dem Preußischen Reich einverleibt. Mit Kurhessen und der bis dahin "Freien Reichsstadt" Frankfurt a.M. bildete es als Regierungsbezirk Wiesbaden mit diesem bis 1945 die Provinz Hessen-Nassau. Seitdem gehört das Nassauer Land bis auf vier Landkreise, die zu Rheinland-Pfalz gehören, zum Bundesland Hessen mit der alten nassauischen Residenzstadt Wiesbaden als Landeshauptstadt.

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Gründung und die Zeit vor dem ersten Weltkrieg

Als die NASSOVIA am 11. Januar 1895 aus der Taufe gehoben wurde, waren folgende Gründungsmitglieder daran beteiligt: cand. med Emil Berberich aus Wiesbaden (X), stud. jur. Anton Giesen aus Koblenz (XX), stud. jur. Rudolf Angermeier aus Bürstadt, cand. med. Reinhold Battes aus Diez, stud. jur. Friedrich Dix aus Bensheim und cand. med. Georg Reymann aus Worms.
Zu Alten Herren erklärten sich gleichzeitig der geistliche Oberlehrer Heinrich Hattemer in Worms, Dr. phil. Karl Hattemer in Innsbruck, Amtsrichter August Hattemer in Mainz, Dr. med. Hans Jost, prakt. Arzt in Rüdesheim, Lehramtsassessor Adam Klassert in Michelstadt i.O., Gymnasiallehrer Jakob Klassert in Mainz, Dr. med. Wilhelm Kohl, prakt. Arzt in Groß-Karben-Wetterau, Gerichtsaccessist Franz Rech in Worms und Gerichtsaccessist Theodor Schröder in Friedberg. Alle genannten Herren hatten schon seit Jahren an den regelmäßig stattfindenden Gießener Zusammenkünften der KVer und KV-Freunde teilgenommen.
Von Anfang an war - bedingt durch die Bestimmung, dass jeder in Gießen sein Examen gemacht haben musste, wollte er in den Staatsdienst des Großherzogtum Hessen übernommen werden - die Region der Provinzen Starkenburg zwischen Offenbach und Neckar und Rheinhessen, das Dreieck zwischen Worms - Mainz - Bingen das "natürliche" Einzugsgebiet bzw. Keilgebiet für die NASSOVIA.
Ebenso waren aber auch die vielen BbBb, die Gießen als fertige Assessoren in Richtung Heimat verließen, am enormen Aufschwung beteiligt, den unser Verein in den Jahren der Weimarer Republik erlebte. Damals ließ es sich noch relativ einfach keilen, indem man eine Wohngelegenheit vermittelte, aber vor allem Leute aus der gleichen heimatlichen Ecke gezielt ansprach.
Wie stellte sich aber die NASSOVIA in diesen Jahren dar? In der Festschrift zum 75. Stiftungsfest findet sich ein sehr schwungvoller Beitrag unseres ehemaligen AH Karl Bachmann. Vieles von dem, was er damals geschrieben hat, trifft unsere Situation immer noch erstaunlich gut: "Arm an Reputation nach außen, reich an Leben nach innen! Bedenkt: Jung an Jahren, nur eine Korporation war noch jünger, schwarz nach jeder Richtung ohne Konnex mit einem adäquaten Establishment, ... , Prinzip I dargestellt durch eine Einladung des Pfarramtes zum Stiftungsfest, Prinzip II durch die Institution des Burschungsexamens, ausgerüstet mit zwei B-Philistern am Ort ... und auf dem Stiftungsfest als Indiz einer Altherrenschaft das Triumvirat Hatto - Schröder - Hein! Das Blühen im Verborgenen, heute Allgemeinheit - damals schon unsere Stärke! Da machten einige potente Hirne (aus dem Verba

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Die Jahre der Weimarer Republik

Als zu Beginn des Jahres 1919 die Universitäten wieder öffneten, verflog die bedrückende Stimmung, die nach dem Ende des ersten Weltkriegs auf vielen Menschen gelastet hatte. Vor allem die jungen Studenten atmeten auf, denn nach den Jahren der Disziplin und der Entbehrungen gab es zwar immer noch so gut wie keine geregelte Lebensmittelversorgung, aber man war unter sich und wurde zumindest einigermaßen in Ruhe gelassen.
Die Stimmung der Studenten an der Gießener Universität sowie bei den NASSOVEN wird in der Festschrift zum 75. Stiftungsfest durch Bb Eugen Tiemann recht gut beschrieben. Seine Darstellungen sind daher im Folgenden in Auszügen wiedergegeben "Die deutschen Hochschulen öffneten zu Anfang des Jahres 1919 wieder ihre Tore, worauf sogleich ein großer Andrang junger Studenten und alter Semester einsetzte. An der Gießener Universität fanden sich bereits vor Weihnachten 1918 etliche KVer am alten Stammtisch der NASSOVEN im Hotel "Schütz" ein. Etwa Mitte Januar war NASSOVIA offiziell wieder "von den Toten auferstanden". Unter der tatkräftigen Leitung des Bb Felix Maruschke, dem als Fuxmajor Adalbert Becker zur Seite stand, wuchs NASSOVIA zu einem beachtlichen Bund heran und man zählte bald 40 BbBb.
Im SS 1920 fand im damaligen "Club" - eine Kongresshalle oder ein Bürgerhaus gab es damals in Gießen noch nicht - ein festlicher Kommers zur Feier des Silberjubiläums der NASSOVIA statt, zu dem Vertreter von 14 KV-Korporationen, die Hasso-Rhenanen, der Gießener UV und auch Vertreter des Wingolf und der Adelphia anwesend waren. Der Kommers wurde von Bb Eugen Tiemann geleitet. Die Festrede wurde von AH Theo Schröder aus Friedberg, seinerzeit Abgeordneter des Zentrums im hessischen Landtag, gehalten.

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NASSOVIA's Tochterkorporation K.St.V. Winfried Mainz

Gestiftet am 4. November 1926 mit den Farben "violett-gold-grün" und dem Wahlspruch "Für Jugend und Vaterland" am Pädagogischen Institut Mainz der Technischen Hochschule Darmstadt, vom Hochschulsenat am 6. Dezember genehmigt und im Wintersemester 1926/27 als außerordentlicher Verein in den KV aufgenommen, wurde Winfried am 22. Februar 1927 publiziert und als ordentlicher Kartellverein 1929 durch die VV in Essen aufgenommen. WINFRIED wurde von den sieben am Pädagogischen Institut Mainz bestehenden Korporationen bald die mitgliederstärkste. Einige von ihnen setzten ihr in Mainz begonnenes Studium in Gießen fort. Unter ihnen war auch Emil Darapski, der später in Oranienburg als Verfolgter des Nationalsozialismus erhängt wurde.
Als das Pädagogische Institut Mainz nach Friedberg verlegt und der KV sich mit dem RKDB vereint hatte, führte die Verbindung - ohne Farben, Zirkel und Wahlspruch zu ändern - den Namen "Katholische Burschenschaft Westmark". Durch das Verbot des KV ging die Korporation bedauerlicherweise ein, und ein Teil der Altherrenschaft schloss sich der Ketteler Mainz an.

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Gleichschaltung und Auflösung der NASSOVIA

Obwohl die NASSOVIA auch in ihren besten Jahren immer ein relativ kleiner und überschaubarer Verein war und - bedingt durch die geografische Lage weit weg von den damaligen und auch heutigen Zentren des Kartelllebens - sich noch ein Rest von "Ghettodenken" und "Diasporamentalität" als ein Erbe des akademischen Kulturkampfes in vielen der damaligen AHAH erhalten hatte, wurde vor allem die konkrete Verwirklichung des ersten Prinzips "religio" immer wieder sehr engagiert diskutiert. Um die Frage, ob NASSOVIA eine Korporation von Katholiken oder eine katholische Korporation sei und sein sollte, kam es fast bis zur Spaltung der Korporation.
Die NASSOVIA erlebte im Kleinen die Reformversuche, die sich im Verband in der Gründung des religiös-wissenschaftlichen Ausschusses widerspiegelten und in den Bestrebungen, dem Fuxmajor entscheidendere Aufgaben für die innere Formung junger Menschen zuzusprechen als bloß den Auftrag, die Füchse für die Burschungsprüfung vorzubereiten und bei Kommersen junge Talente für Mimiken zu entdecken.
Die Feierlichkeiten zum 40. Stiftungsfest 1935 standen schon deutlich unter dem Eindruck des Nationalsozialismus, der mit vormilitärischer und politischer Schulung von Studenten während ihres Studiums in zunehmendem Maße Repressionen ausübte hatten, sofern man sich dieser Form von Indoktrinierung zu entziehen suchte. So drohten neben dem Entzug der Möglichkeit, das Studium fortzusetzen, auch härtere Strafen bis zum Gefängnis. Jegliche Kritik wurde als Verrat an der guten Sache ausgelegt und kostete einigen BbBb im Verlauf der folgenden Jahre das Studium, den Beruf und sogar das Leben.

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Die Zeit des Nationalsozialismus

Die Machtübernahme auf allen Gebieten des staatlichen, kommunalen und öffentlichen Lebens durch den Nationalsozialismus brachte zahlreichen Nassoven Demütigungen, Entfernungen aus ihrem Amt, Strafversetzungen, Nichtzulassung zu Prüfungen und Berufsverbot. Während der Zeit der "Vertagung" unseres Vereins NASSOVIA blieben sich viele BbBb in Treue verbunden und halten durch brieflichen und persönlichen Austausch Kontakt zueinander. Bb Emil Darapski wurde als Mann des Widerstands im Krieg erhängt. Elf BbBb kamen erst nach 1947 zurück, mehrere davon erst nach langen und harten Jahren in der Gefangenschaft.

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Der Neuaufbau nach dem zweiten Weltkrieg

Zu Beginn des Jahres 1949 ging es mit der NASSOVIA wieder spürbar aufwärts. Die Wiedergründung führte alte und neue Freunde wieder zusammen. Die dreizehn aktiven Neugründer der NASSOVIA waren Georg Bolwin, Ulrich Brause, Richard Buchen, Rudi Detzel, Hubert Dubowy, Kuno Frank, Gerhard Kunze, Norbert Leoff, Claus Nitz, Rudolf Palatzki, Ludwig Rist, Bernd Thesing und Franz Zimmermann. Alle, mit Ausnahme von Ulrich Brause, studierten Agrarwissenschaften oder Veterinärmedizin. Erster Senior wurde Claus Nitz. Zehn von ihnen sind später AH bei der NASSOVIA geworden.
Die Neugründer des Altherrenvereins waren Dr. Em. Hattemer, Valentin Hartmann, Walter Sauer und Dr. Ludwig Wolf aus Bensheim, Dr. Walter Seibt, Dr. Hans Steinmetz und Franz Wattendorf aus Heppenheim, Josef Müller aus Bad Nauheim, Josef Fertig aus Gießen und Georg Hubertus aus Offenbach a.M.
Die Justus-Liebig-Universität bestand zu dieser Zeit nur aus vier Fakultäten, der naturwissenschaftlich-philosophischen, der medizinischen, der veterinärmedizinischen und der landwirtschaftlichen Fakultät. Zum Studium zugelassen wurde nur, wer die politische Unbedenklichkeit von der Militärregierung schriftlich bekommen hatte, der Platz fand in den teilweise ausgebombten und primitiv hergerichteten immer überfüllten Hörsälen. Im studentischen Bereich wurden in dieser Zeit die Institute neu aufgebaut, das Studentenheim mit Mensa wieder errichtet und ein ASTA gebildet.

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Innere Kämpfe und der Bruch

Seit der Angliederung verschiedener geisteswissenschaftlicher Fakultäten zu den zunächst alleinigen naturwissenschaftlich- philosophischen, der medizinischen, der veterinärmedizinischen und der landwirtschaftlichen Fakultäten, zeichnete sich eine zunehmende Politisierung der Studentenschaft ab.
Bei NASSOVIA übernahmen die Mahner das Zepter, indem sie unverdrossen aus dem Fundus ihrer Lebenserfahrung schöpften, um Front zu machen gegen heraufziehende Veränderungen innerhalb unseres Verbandes. Man beschwor die "Opfer", die in früheren Jahren und Jahrzehnten erbracht werden mussten, wenn man sich als Katholik offenbarte.
Um einen Eindruck von dieser Stimmung zu vermitteln, möchte ich aus einem Beitrag von Bb Reinhold Knab zitieren, der ebenfalls aus der Festschrift zum 75. Stiftungsfest entnommen ist: " ... nur eine Mahnung: Haltet das erste Prinzip aufrecht! Die Alten leben noch, die es bis zur Auflösung verteidigt haben. Sie wollen es auch heute eingehalten wissen, ganz besonders heute, wo es bis jetzt noch keiner angreift, wo nur Erleichterung geschaffen werden soll, wo jeder ohne Bindung ganz frei sein möchte, wo in Freiheit und Kritiklust mehr Probleme entstehen als je eine Jugend zu überwältigen hatte, wo inmitten in den von den Opfern der Alten Herren geschaffenen Häusern Kritik an allem was war geübt wird und nichts geboren wird, was den Anschein erwecken könnte, es sei gleichwertig oder gar wertvoller. Haltet fest an den beiden Prinzipien Wissenschaft und Freundschaft. Sie stellen zusammen mit der Religion Euer Leben dar und können für Studenten unserer Korporation nie geändert werden."
Im übrigen kam es innerhalb der NASSOVIA zwischen den "Hardlinern" und den liberaler eingestellten BbBb während der Konvente zu heftigen Auseinandersetzungen über Satzungs- und Verfahrensfragen. Bb Norbert Becker beschreibt diesen Zustand überdeutlich in seinem Beitrag für die Festschrift des 75. Stiftungsfestes: "NASSOVIA selbst war damals ein recht eigenartiger Verein. Einige besonders eifrige Bundesbrüder hatten in den vorangegangenen Semestern eine neue Verfassung geboren. Sie wurde auf dem Nassovenhaus zum Maß aller Dinge. Kein Konvent verging, auf dem nicht unter dem Zwang parlamentarischer Spielregeln Problemchen zu Problemen hochgespielt wurden. Wer sich dem parlamentarischen Reglement nicht fügen wollte, musste sich zur Strafe ein Glas Bier in die Kehle gießen, ein eigenartiger Brauch!
So wurde viele Stunden über Verfahrensfragen diskutiert und mit persönlichen Angriffen und lächerlichen Querelen zugebracht. Schließlich setzten wir Jüngeren durch, dass unsere Konvente wieder zu einem fröhlichen Zusammensein von Freunden wurden. Förderlich für diese Entwicklung war auch das starke Zusammenschmelzen der Aktivitas. Da uns Keilerfolge weitgehend versagt blieben, bestand die Aktivitas bald nur noch aus sechs Burschen und einem Fuxen. Der Konvent fand am Vorstandstisch statt.
Zum Glück konnte NASSOVIA die Talsohle überwinden und neue Freunde gewinnen. Das war nicht leicht, denn an der JLU ging damals ein innerer Wandel vor. Zusammen mit der Hochschule für Erziehung etablierten sich verschiedene geisteswissenschaftliche Disziplinen. Diese Entwicklung löste eine gewisse Politisierung und Linksorientierung der Studentenschaft aus. Die Verbindungsstudenten wurden aus dem neu gegründeten Studentenparlament verdrängt und allgemein diskriminiert. Wir NASSOVEN begannen damals, den Zug der Zeit zu verstehen und einen eigenen Standort in der veränderten Geisteswelt zu suchen. Es gab zu jener Zeit fanatische Bundesbrüder, die aus NASSOVIA gerne einen Stoßtrupp der konservativen Opposition gemacht hätten. Aber NASSOVIA war für solche Ideen denkbar ungeeignet. In unserem Verein hatten sich junge Leute unterschiedlichster Herkunft und Gesinnung zusammengefunden, die auch durch das Band des gemeinsamen Bekenntnisses nicht zu einen waren. Trotzdem hatte jeder von uns im Verein echte Freunde. Diese Freundschaftsabende, die auf menschliche Sympathie und weniger auf Gesinnungsgemeinschaft gegründet waren, halfen dabei, manche Meinungsverschiedenheiten und manches Zerwürfnis zu überwinden.
Ebenso wenig macht Bb Rainer Kost aus seiner Besorgnis in einem Beitrag zur Festschrift des 75. Stiftungsfestes einen Hehl: "Es ist doch der elementare Fehler gewesen, dass man im KV bereits seit zwanzig Jahren weiß, dass man mit Gewalt versucht, etwas zu halten, was überholt ist. Man hat über Reform geredet, aber Konsequenzen hatte es keine. Typisch dafür ist, ... , dass man nunmehr sogar darüber redet, den Katholizismus aufzugeben, ohne sich bewusst zu sein, was man da tut. Freilich, wenn man das katholische Denken des 19. Jahrhunderts auf seine Fahnen schreibt, dann darf man sich nicht darüber wundern, wenn heute Apostel auftreten, die da allen Ernstes lauthals verkünden: wir brauchen keinen Katholizismus mehr! Im Gegenteil, man soll sich freuen, wenn unsere akademische Jugend so hellwach ist und endlich damit aufräumt, dass Katholizismus keine Versicherungsangelegenheit mit so genanntem frommen Getue ist, sondern eine Grundhaltung, die in der heutigen Zeit ganze Kerle fordert. Da liegt auch der Denkfehler, dass man bewahrt, was man ererbt, was sich aber in neuer Form den Gegenwartsfragen widmet.
Mit Behütungspolitik ist noch nie etwas erreicht worden, wohl aber damit, dass man sich mutig und nüchternen Sinnes den Zukunftsaufgaben widmet. Wenn wir nicht sehen wollen, dann werden wir sehr bald abgewirtschaftet haben. Das Heil liegt in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit!"

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NASSOVIA zum 90. Stiftungsfest

AH Beck hatte einmal für den Anlass des 75. Stiftungsfestes ausgerechnet, dass in der Zeit von 1895 bis 1970 ungefähr 1.200 Gießener Studenten in die NASSOVIA aufgenommen worden seien, von denen 300 später Alte Herren im KV wurden, 400 sich wieder vom Verein lösten, da sie mit sich selbst, den Prinzipien oder dem Studium nicht fertig oder von NASSOVIA eliminiert wurden, aber immerhin 500 dem Verein bis ans Lebensende die Treue gehalten haben.
Diese Zahlen, wenn auch nicht mehr aktuell, machen aber deutlich genug, was für ein furchtbarer Schaden mit dem Austritt der Hälfte der Altherrenschaft aus der NASSOVIA und dem KV angerichtet wurde.
Das sehr großzügig vorbereitete Stiftungsfest stand schon sehr unter dem Eindruck der auf Kartellebene eingeleiteten Reformbestrebungen. Innerhalb der NASSOVIA wurde auf den Konventen heftig diskutiert, wobei in der Hauptsache die Prinzipien "religio" und "scientia" im Mittelpunkt standen. In der erschienen Festschrift finden sich hierzu vielfältige Hinweise.
In einer vor allem im Nachwuchsbereich sehr angespannten Situation, aber mit großer Begeisterung, wurde das 90. Stiftungsfest vorbereitet. Es zeigte sich, dass unser Haus den "Belastungen" eines so großen Festes auf die Dauer nicht mehr gewachsen sein würde. Zu Kneipe und Kommers waren eine große Zahl Alter Herren, teilweise mit ganzer Familie, gekommen. Die Stimmung war sehr gut, was auch am hervorragenden Wetter lag.

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NASSOVIA 2000-2005 - Jubeläen

Das 100. Stiftungsfest wurde unter dem Senior Klaus Nocke brausend gefeiert mit Ball und Kommers im Bürgerhaus Klein-Linden. Die Aktivitas zählte im SS 1995 27 Aktive, davon 11 Inaktive. Ob dieser beeindruckenden Aktivenzahl versäumt man es allerdings, neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen, was sich später als problematisch erweisen sollte. Durch zahlreiche Studienabschlüsse und folgende Philistrierungen schrumpfte die Aktivitas erheblich, so dass einige BbBb doppelte Chargen ausführen mussten und in den folgenden Semestern immer wieder Füxe diverse Chargen übernahmen. Zwischen dem SS 1997 und dem SS 2004 traten "nur" 22 neue BbBb der NASSOVIA bei, von denen drei den Verein noch vor der Burschung wieder verließen, was für einen Zeitraum von 15 Semestern sicherlich keine gute Bilanz ist. Dem besonderen Engagement einiger Aktiver war es zu verdanken, dass sich aus der überschaubaren Truppe eine enge und geschlossene Gemeinschaft bildete, auch wenn durchaus diverse Streitigkeiten den Verbindungsalltag bestimmten.
Nach erneuten, zahlreichen Philistrierungen im WS 2003 / 2004 und im SS 2004 stellt sich nun eine Aktivitas von 14 BbBb dem WS 2004 / 2005 und dem 110jährigen Bestehen der NASSOVIA, darunter 2 Burschen, 5 Fuxen, 3 Inaktive e.l. und 4 Inaktive i.l. Es bleibt zu hoffen, dass der positive Trend gerade der vergangenen Semester anhält und wieder mehr junge Menschen für die NASSOVIA begeistert werden können, die dieses Gebäude mittragen und mit alten Traditionen und neuen Ideen füllen.

ab 2006 Chronik folgt noch. . .

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. . . Zeitstrahl . . .


   

1607

Am 7. Oktober wurde die durch Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt gestiftete Universität Gießen mit vier Fakultäten feierlich eröffnet. Sie trug den Namen "Ludoviciana". Gießen hatte damals etwa 3.000 Einwohner.

1610

Mit 320 Studenten steht die Universität Gießen an sechster Stelle aller deutschen Universitäten, u.a. vor Königsberg, Tübingen, Freiburg, Heidelberg, Marburg und Würzburg.

1707

Feier des 100-jährigen Bestehens der Universität Gießen, an der 22 Professoren lehren und 180 Studierende eingeschrieben sind.

1777

Stiftung der fünften "ökonomischen Fakultät" - der ersten ihrer Art in Deutschland - als Pflegestätte der Technologie, Tierheilkunde sowie der Land- u. Forstwirtschaft.

1783

Die Feier eines Katholischen Gottesdienstes war seit 1532 in Gießen streng verboten und wird wieder erlaubt. Von 1785 an wird er von Franziskanern aus Wetzlar gehalten.

1791

Errichtung der ersten eigenständigen katholischen Pfarrei in Gießen.

1800

Bedingt durch Kriegswirren hat die Universität nur noch 180 Studierende.

1824

Justus Liebig wird mit 21 Jahren Professor der Chemie.

1827

Die Gießener Universität übernimmt im Rahmen der philosophischen Fakultät die Lehr- und Forschungstätigkeit einer Technischen Hochschule für Hessen bis zur Gründung der Technischen Hochschule Darmstadt im Jahre 1877. Gießen war z ur damaligen Zeit die einzige deutsche Hochschule, an der Ingenieure und Techniker die Würde eines "Dr. phil." erwerben konnten.

1828

Die Tierheilkunde wird von 1828 an ohne Unterbrechung gelehrt.

1829

Gründung eines Corps "NASSOVIA".

1831

Carolina Zimmermann aus Darmstadt wird als erste Frau an der Gießener Universität immatrikuliert.

1832

Erste Verleihung der Würde eines Dr.med.vet. (artis veterinariae).

1835

Der Plan, die Gießener Universität nach Darmstadt zu verlegen, wird vom Landtag abgelehnt.

1838

Ab dem 22. Februar wird die Gießener Universität bis zum 1. September 1848 Landesuniversität für katholische Theologen aus dem Herzogtum Nassau.

1839

Aufhebung des seitherigen Verbindungsverbotes. Gründung des Corps "Teutonia" (KSCV).

1840

Einweihung des neuen Universitätsgebäudes am Brand. Rekonstitution des 1826 gegründeten Corps "Starkenburgia" (KSCV). Am 7. September erfolgte die Konsekrierung der katholischen Kirche, Ecke Frankfurter Straße - Liebigstraße.

1844

Es bestehen zwei korpsfreundliche Verbindungen Katholischer Theologiestudenten, Palatia und NASSOVIA. NASSOVIA mit den Farben "blau - weiß - orange" wird 1846 für Studenten aller Fakultäten erneuert und besteht bis zum 10. November 1961.

1847

Der "Sonderbund", eine Vereinigung Gießener Dozenten zum Austausch der gemachten Forschungen, in der Professoren, Dozenten und Assistenten ohne Titelanrede verkehren, wird gegründet. Er besteht bis zu seinem Verbot 1941.

1848

Die Gießener Universität hat nur noch etwa 300 Studenten. Auf der Wartburg findet mit dem Ziel einer "nationalen Reorganisation unserer Universitäten" eine "Allgemeine Studentenversammlung" statt, an der mehrere Abgeordnete der Gießener Studentenschaft teilnehmen.

1851

Aufhebung der katholisch-theologischen Fakultät durch den Bischof von Mainz, Emmanuel Freiherr von Ketteler.

1853

Gründung des "Katholischen Lesevereins in Berlin als Urzelle des KV, aus dem 1881 die K.St.V. Askania und K.St.V. Burgundia wurde.

1863

Stud. phil. Georg Freiherr von Hertling (1843-1919) - in späteren Jahren Universitätsprofessor, Bayrischer Ministerpräsident und Reichskanzler -, als Student Mitglied der Aenania München (CV) und des Kath. Lesevereins zu Berlin (KV), hält auf der Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands (Katholikentag) in Frankfurt a.M. die erste öffentliche Prinzipienrede katholischer Korporationen.

1864

Erste Generalversammlung des "Gesamtverbandes der katholischen deutschen Studentenvereine" in Würzburg.

1865

Trennung des Kartellverbandes Katholischer Studentenkorporationen auf seiner 2. Generalversammlung vom 10.- 15. September in Trier in die nicht farbentragenden kath. Studentenvereine (KV) und farbentragenden kath. Studentenverbindungen (CV).

1872

Am 21. Februar versuchte cand. jur. Gustav Weiprecht Freiherr von Gremmingen - Mitbegründer der 1870 gegründeten Winfridia Göttingen im KV - auch in Gießen eine KV-Korporation zu gründen.

1879

Wilhelm Konrad Röntgen erhält den Lehrstuhl für Physik, den er bis 1888 innehat.

1880

Am 24. April wurde das Universitätsgebäude (Kollegienhaus) in der Ludwigstraße eingeweiht.

1883

Am 18, Januar wurde die K.D.St.V "Hasso-Rhenania" mit den Farben "gelb- weiß - rot" im CV zu Gießen gegründet.

1890

Die in Gießen studierenden KVer treffen sich zwanglos zu gemeinsamen Abenden, Spaziergängen und Ausflügen.

1891

Kaplan Heinrich Hattemer betreibt mit Eifer die Gründung eines Katholischen Studentenvereins zu Gießen auf den Grundlagen des KV. Die in Gießen studierenden KVer treffen sich regelmäßig am Mittwochabend im Gasthof "Zwölf Apostel" im Asterweg und besuchen auch regelmäßig die 1881 gegründete K.St.V. "Thuringia" im KV zu Marburg, bei der Heinrich Hattemer 1893 Ehren-Mitglied wurde.


1895

Am 11. Januar wird der Katholische Studentenverein NASSOVIA im KV zu Gießen als 18. Korporation an der Gießener Universität, als 2. katholische Korporation in Gießen und als 28. Verein im KV gegründet. Erster Senior war cand.med. Emil Berberich aus Wiesbaden.

1896

Am 4. Mai erfolgte die festliche Publikation und am 27. Juli die Aufnahme in den Verband der katholischen Studentenvereine als außerordentlicher Verein durch die 30. Generalversammlung in Aachen.

1897

Aufnahme als ordentlicher Verein durch die 31. GV in Tübingen in den Verband, der von 1913 an den Namen "Kartellverband katholischer Studentenvereine" (KV) führt.

1898

Annahme des noch heute unveränderten Vollwappens. Am 5. November wurde in Bensheim der Altherrenverein der NASSOVIA gegründet.

1900

Anlässlich der Feier des 5. Stiftungsfestes am 22. Januar würdigt der damalige Rektor der Universität Prof.Dr. Netto beim Kommers Haltung und Streben der Nassoven im Leben der Universität und spricht seine Anerkennung für die NASSOVIA aus.

1902

Im SS sind erstmals über 1000 Studenten an der Gießener Universität eingeschrieben. Im WS nimmt NASSOVIA ihr 100. Mitglied auf.

1903

Baubeginn der St. Bonifatius-Kirche in der Liebigstraße.

1907

300-Jahr-Feier der Gießener Universität, an der 85 Professoren und Dozenten mit 60 Assistenten lehren und forschen und 1192 Studenten eingeschrieben sind. Im Rahmen der Festlichkeiten wird das Stadttheater eröffnet.

1909

Am 12. April findet in Mainz der erste Nassoventag mit 36 BbBb statt.

1910

Der Altherrenverein hat 96 Mitglieder. Im Juli erscheinen erstmals die "NASSOVENBLÄTTER" als gedruckter Bericht des Altherrenvereins, herausgegeben von AH Dr.jur. Karl Hein, Rechtsanwalt in Worms, der im September 1914 während des I. Weltkriegs im Westen fiel.

1911

NASSOVIA leitet den KV-Kommers im Rahmen des Deutschen Katholikentages in Mainz. Erster Altherrentag des KV in Wiesbaden, der von AH Dr.med. Berberich, dem Gründungssenior der NASSOVIA, vorbereitet und geleitet wird.

1913

Am 12. Juli wurde der Hausbauverein gegründet, in dessen Kasse jeder Aktive monatlich 50 Pfennige zahlte.

1914

56 Alte Herren und 29 Aktive nehmen am I. Weltkrieg teil. 16 Nassoven lassen in dieser Zeit ihr Leben.

1916

Im SS hat NASSOVIA fünf Aktive und sieben Inaktive. Zwei Füxe werden - im Heeresdienst stehend - recipiert.

1917

Im SS sind nur noch drei Inaktive in Gießen.

1919

Am 29. Mai erfolgt die Gründung des W.K.St.V. "Unitas Cheruskia" mit den Farben "weiß - blau - gold" im UV als dritte katholische Korporation in Gießen. Am 25. November wurde der Katholische Studentinnenverein "Helmgard" mit den Farben "rosa - gold - grün" im Verband katholischer Studentinnenvereine Deutschlands mit den Prinzipien "Religion - Wissenschaft - Freundschaft" gegründet.

1920

Das 25. Stiftungsfest, geleitet von cand.pharm. Eugen Tiemann, sieht NASSOVIA in neuem und gutem Wachstum. Die Universität hat inzwischen wieder 2.342 Studierende.

1921

Die 48. VV in München beschließt als KV-Wahlspruch: "Mit Gott für deutsche Ehre!"

1922

Gründung des KV-Altherrenzirkels "Zur ewigen Lampe" in Gießen mit dem Vorsitzenden Dr. Leo Lampe und dem XX Dr. Edi Tenbaum.

1925

Am 26. Juni erfolgte die Neugründung des Hausbauvereins sowie die Gründung einer Wirtschaftshilfe.

1926

In Frankfurt und Essen finden gut besuchte Nassoventage statt. NASSOVIA erhält in Mainz (Pädagogisches Institut der TH Darmstadt) den K.St.V. Winfried als Tochterkorporation.

1927

NASSOVIA richtet das erste "Mittelrheinische KV-Sporttreffen" auf dem Uni-Sportplatz aus, das von 7 KV-Korporationen beschickt ist und zum Vorbild für ähnliche Treffen wird.

1931

NASSOVIA hat 30 Aktive und 214 Alte Herren.

1932

NASSOVIA erhält im Hause Schottstraße 2-6 (Neubau) durch Anmietung des Erdgeschosses ein schönes eigenes Heim, "NASSAUERHAUS" genannt, das sich für das innere Leben und das Wachstum sehr günstig auswirkt.

1933

Am 2. August verstirbt in Worms der um die NASSOVIA und den KV hoch verdiente Geistliche Rat, Oberstudienrat Prof. Heinrich Hattemer ("Hatto"), Vater der NASSOVIA, Altherrensenior von 1918 bis 1933. Sein Nachfolger wird Rechtsanwalt Theodor Schröder in Friedberg.

1935

Das 40. Stiftungsfest, geleitet von cand.med. Reinhold Knab, ist bei sehr gutem Besuch der geahnte und erwartete äußere Abschluss NASSOVIA's für unbestimmte Zeit.

1936

Am 27. Mai konsekriert Bischof Dr. Albert Stohr von Mainz die 1903 begonnene und nun völlig ausgebaute St. Bonifatius-Kirche. Im selben Jahr erfolgte die Vertagung der NASSOVIA, nachdem im April Bb Kurt Schardt als Ferienordner zur Gestapo geladen und diese in seinem Beisein das "Nassauerheim" in der Schottstraße mit Inventar beschlagnahmt und versiegelt hatte.

1937

Auflösung des Altherrenvereins und des Hausbauvereins.

1939

132 Nassoven nehmen am II. Weltkrieg teil, von denen 15 ihr Leben ließen.

1945

Die Wiedereröffnung der Gießener Universität wird vom US-Universitätsoffizier und der Hessischen Landesregierung abgelehnt.

1946

Am 27. Mai nimmt die "Hochschule für Bodenkultur und Veterinärmedizin" als "Justus-Liebig-Hochschule Gießen" mit 104 Studenten ihre Lehrtätigkeit auf. Ihr ist eine "Medizinische Akademie" angegliedert.

1949

Nach verschiedenen Versuchen erfolgte am 31. Mai die Rekonstituierung der Aktivitas NASSOVIAE im Gießener Hotel "Schütz". Am 15. Oktober wurde in Bensheim der Altherrenverein wieder gegründet, der bald 108 Mitglieder hatte. Vorsitzender wurde Em. Hattemer. Am 1. Dezember bestätigte der Vorort die Zugehörigkeit zum KV.

1950

Am 14. u. 15. Januar wurde die erneute Publikation der NASSOVIA gefeiert. Die Zwei-Fakultäten-Hochschule wird in die "Justus Liebig-Hochschule" mit vier Fakultäten umgewandelt.

1951

Die Aktivitas hat 27 Burschen, 9 Füxe und 8 Inaktive. Am Winterfest hält EAH Heinrich von Brentano (MdB) - der erste Außenminister der Bundesrepublik Deutschland - in Anwesenheit des Rektors, der mit drei weiteren Professoren erschienen war, die Festrede.

1955

Das 60. Stiftungsfest, geleitet von cand.med. Erich Lellau, sieht NASSOVIA in neuer Blüte. Im Festakt spricht ebenfalls EAH Heinrich von Brentano.

1957

Zur 350-Jahr-Feier erfolgt die Wiedererhebung der Gießener Hochschule zur "Justus-Liebig-Universität" mit sechs Fakultäten (Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Veterinärmedizin, Philosophie, Naturwissenschaft und Landwirtschaft).

1958

Zum 1. Januar erhält NASSOVIA durch Anmietung des Hauses Händelstraße 35 ein eigenes Heim. Der Nassove Dipl.-Landw. Christian Wermuth ist Vorsitzender des AStA. Am 28. Juni erfolgt die Wiedergründung des Hausbauvereins e.V.; Vorsitzender wird AH Josef Fertig, der sich durch den Erwerb des Nassovenhauses mit AH Ed. Tenbaum großen Verdienst erwirbt.

1959

Konsekration der St. Albertus-Kirche in der Nordanlage.

1960

Die Nassovenblätter erscheinen wieder.

1961

Der Universität wird eine "Hochschule für Erziehung" angegliedert, die 1966 als "Abteilung für Erziehungswissenschaften" integriert wird.

1962

Am 27. März geht das Haus Händelstraße 35 durch Kauf in den Besitz des Hausbauvereins über.

1967

Konsekration der St. Thomas-Morus-Kirche in der Grünberger Straße. Die Zahl der Studierenden ist auf 5650 angewachsen, die des Universitätslehrkörpers auf 441.

1970

Die Aktivitas hat 51 Mitglieder, der Altherrenverein 178. 56 Alte Herren sind seit der Wiedergründung im Jahre 1949 verstorben.

1972

Als eine der ersten Korporationen des KV ändert die NASSOVIA ihre Satzung gemäß den Empfehlungen des Reformausschusses bezüglich der Aufnahmeregelungen für evangelische BbBb. Aufgrund dieses Beschlusses treten etwa die Hälfte der Alten Herren aus der NASSOVIA aus.

1995

Pfingsten (3. - 6. Juni) feierte die NASSOVIA ihr 100jähriges Bestehen. Dr. Wolfgang Löhr, KV-Rat-Vorsitzender, und Dr. Hans-Jürgen Kleis sprechen vor der Corona des Festkommerses, der von stud.ing. Klaus Nocke geleitet wurde. Der Altherrenverein zählt 141 Mitglieder, in der Aktivitas sind 29 aufgeführt und die NASSOVIA hat 2 Korporationsfreunde.

2005

NASSOVIA feiert sein 110jähriges Bestehen.

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